Wohngifte

Die Wohnung - eine chemische Zeitbombe !

Wieviele chemische Verbindungen haben Sie in Ihrer Wohnung?

Eigentlich eine einfache Frage, nur richtig beantworten kann sie wohl kaum jemand.

Unsere Städte sind schön, fast alle Häuser sind schön gestrichen, die Luft ist sichtbar sauber, die Fische schwimmen in Rhein und Elbe wieder mit dem Bauch nach unten, überwunden sind Ruhrpott- und Braunkohlenzeitalter.

Da gibt es aber noch die unsichtbare Front, tausende chemische Substanzen, davon ca. 5000 neue jährlich, verschmutzen unsere Umwelt mehr und mehr.

Im Fett der Eisbären reichert sich DDT an, Asbest kommt am Nordpol wie am Südpol vor, FCKW hat die Ozonschicht teilweise zerstört usw. Die Auflistung der “segensreichen” Erfindungen würde wohl viele Bände füllen.

Vor unseren Innenräumen machen die Gifte nicht halt.

Neue Krankheiten entstehen, das MCS - Syndrom beschreibt eine Erkrankung, die auf einer Überempfindlichkeit gegenüber zahlreicher chemischer Stoffe beruht. Das Sick - Building - Syndrom (SBS) beschreibt ein komplexes Krankheitsbild, das in klimatisierten Räumen auftritt, vor allem in Hochhäusern. 

Eine kleine Auswahl häufig vorkommender Wohngifte:

  • Formaldehyd: ständige Ausgasung aus Spanplatten, Möbeln, Fußbodenklebern, Schaumstoffen
  • Pentachlorphenol (PCP): älteres Holzschutzmittel, wird Jahrzehnte lang an die Raumluft abgegeben
  • Lindan, DDT: älteres Holzschutzmittel
  • Permethrin: Insektizid, starkes Nervengift, wird in Wollteppichen, Holzschutzmitteln und Insektenvernichtungssprays eingesetzt.
  • Chlorpyrifos, Dichlorvos: Mottenschutzpräparate
  • Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK): krebserzeugender Inhaltsstoff von älteren Parkettklebern, Benzin, Diesel, Teer, Asphalt
  • Flammschutzmittel: Hinweise auf schwere Erkrankungen, sorgloser Einsatz in Elektronikgeräten, Matratzen, Möbeln
  • Weichmacher: krebsauslösend im Tierversuch, Einsatz in Kunststoffen (Kinderspielzeug!)
  • Lösemittel: nervenschädigend, krebsauslösend, fruchtschädigend, zahlreiche andere Beschwerden, Vorkommen in Farben, Lacken, Kosmetika, Reinigern, Kunststoffen u.a.

Wie kann man sich schützen?

Leider ist unsere Umwelt so geschädigt, dass es keinen Platz ohne Gifte gibt. Es ist allerdings möglich, sein eigenes Lebensumfeld so einzurichten, dass eine Minimierung solcher Belastungen erreicht werden kann.

Die Maßnahmen reichen von der Wohnungsrenovierung über den Möbel- und Einrichtungskauf bis zu Kleidung und Nahrungsmitteln. Die Verwendung von Haushaltschemie, Kosmetika sollte ebenfalls gründlich überlegt sein.

Eine intensive Beschäftigung mit Produkten und Inhaltsstoffen ist in der heutigen Zeit angebracht.

Besteht der Verdacht, dass es einen Zusammenhang gesundheitlicher Beschwerden mit Wohngiften gibt, sollten entsprechende Untersuchungen beauftragt werden. Die eigene Beobachtung gibt bereits wertvolle Hinweise auf die vermuteten Quellen. Vor allem der zeitliche Zusammenhang zur Anschaffung neuer Gegenstände oder Renovierungen und dem Auftreten der Beschwerden kann ein solches Problem eingrenzen.

 

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