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Schimmelpilze sind überall !
Es gibt ungefähr 250 000 Arten dieser nicht so beliebten Pilze, nur ein Bruchteil davon taucht regelmäßig in unseren Wohnungen auf.
Einige sind allerdings recht nützlich, wenn man an Edelschimmelkäse denkt, Tausende von Menschen verdanken ihr Leben den Pilzen der Penicillium-Gattung. Im Naturkreislauf haben Schimmelpilze ihren festen Platz in der Zersetzung allen organischen Materials.
Wenn Schimmel auf dem Joghurt auch nicht gerade den Gedanken an die Nützlichkeit dieser Mikroorganismen aufkommen lässt, müssen wir ganz sachlich feststellen, dass Schimmelpilze schon die Speisen der Dinosaurier verdorben haben und damit zum Leben irgendwie dazugehören.
Es kommt allein auf das “irgendwie” an.
Unbestritten ist, dass Schimmelpilze auf dem Vormarsch in den Behausungen der Menschen sind. Wie kommt das?
Schuld ist nicht der Pilz, sondern der Mensch.
Wir bauen Häuser, die aus dem guten Vorsatz der Energieeinsparung dicht wie Kunststoffbeutel sind. Vorausgesetzt, die Baufeuchte ist entwichen, so verbleibt den Bewohnern die nicht leichte Aufgabe des richtigen Lüftungsmanagements. Wird das nicht beherrscht, schlägt sich die Luftfeuchtigkeit an den Wänden nieder.
Die Sanierung alter Häuser berücksichtigt oftmals nicht das bauphysikalische Zusammenspiel der Baustoffe und der Bauart. Wo früher vom Wärmestrahlung abgebenden Kachelofen die Frischluft durch Tür- und Fensterritzen angesaugt wurde, verbrauchte Luft im Schornstein verschwand, sitzt man heute dank Gummidichtung in Fenstern und Türen in zentralbeheizten schlecht belüfteten Räumen. Die Mauern alter Häuser führen bei Abkühlung, oft in Zimmerecken oder hinter Schränken, schnell zur Unterschreitung der Taupunkttemperatur, Feuchtigkeit schlägt sich nieder und der daran unschuldige Schimmelpilz beginnt sich prächtig zu entwickeln.
Wie wächst Schimmel?
Schimmelpilze benötigen Feuchtigkeit, dauernde relative Luftfeuchtigkeit ab 70% bietet bereits günstige Voraussetzungen. Was braucht der Pilz noch? Er braucht Nahrung. Da ist ihm alles recht, Hauptsache, es enthält Kohlenstoff. Und den gibt`s reichlich in Papier, Tapete, Holz, Baumwolle, organischen Abfällen, ja selbst Kunststoffe und Kerosin (Treibstoff für Flugzeuge) werden von einigen Arten besiedelt. Die Temperatur spielt auch eine Rolle, die normalen Raumtemperaturen stellen für die meisten Arten ein gutes “Wohlfühlklima” dar.
Warum sind Schimmelpilze gefährlich?
Schimmelpilze bilden Sporen, die generell als Allergene gelten, ebenso wie abgestorbene Pilzteile . Sie bilden aber auch Gase (muffiger Geruch) und giftige Stoffwechselprodukte wie Aflatoxin, Ochratoxin und viele andere, die krebsauslösend sind.
Folgende Krankheiten können durch Schimmelpilze ausgelöst werden:
- allergischen Atemwegsbeschwerden
- Schleimhautreizungen
- Bronchialasthma
- Hautekzeme
- Abgeschlagenheit
- grippeähnliche Beschwerden
Für immungeschwächte Personen besteht die Gefahr, dass sich lebende Schimmelpilze im Körper ausbreiten. Der auf Blumentopferde wachsende Schimmel Aspergillus fumigatus kann die tödlich endende Aspergillose auslösen.
Wie kann man sich vor Schimmelpilzen schützen?
Die Bausubstanz muss trocken sein.
Feuchtigkeit, die durch Atmen, Duschen, Waschen, Kochen, Zimmerpflanzen usw. entsteht, muss schnell nach außen weggelüftet werden.
Vermeiden, dass warme Raumluft in kältere Zonen strömt, schnell wird der Taupunkt erreicht und Luftfeuchtigkeit dringt in die Bausubstanz ein.
Ist dann doch ein Schimmelpilzwachstum erkennbar, dann reicht das einfache Beseitigen nicht. Die Ursache der Feuchtigkeit muss gefunden werden!
Es ist zu beachten, dass bei gesundheitlichen Beschwerden auch dann Schimmelpilze ursächlich sein können, wenn kein sichtbarer Befall auftritt. Schimmelpilze wachsen auch im Hausstaub, in Matratzen und anderen versteckten Stellen.
Mit präzisen Raumklima- und Feuchtemessgeräten sowie einer Laboranalyse werden die Probleme erkannt. Dann muss der Schaden schnell beseitigt werden (kann bei kleineren Stellen auch selbst mit Anleitung durch Ihren Baubiologen erfolgen). Bei großen Schäden sollten allerdings Profis ans Werk, die über die nötige Technik verfügen und verhindern , dass bei der Sanierung noch größerer Schaden entsteht.
Nach einer fachlich richtigen Sanierung werden sich auch wieder Wohlbefinden und Gesundheit einstellen!
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