Radioaktivität

Radioaktivität in der Wohnung - gibt es das überhaupt?

Leider ja, und sogar sehr häufig!

Es gibt drei Arten radioaktiver Strahlung, die aber eine gemeinsame Eigenschaft haben. Sie sind ionisierend und das bedeutet, ihre Energie ist ausreichend, Moleküle und Atome zu verändern. Treffen diese Strahlen biologisches Gewebe, kommt es zur Schädigung der Zellstrukturen. Werden diese Schäden vom körpereigenen Reparaturmechanismus nicht vollständig behoben, ist eine Krebserkrankung wahrscheinlich.

Dieses Risiko geht man bei jeder Röntgenuntersuchung ein. Fahrradsturz, Schienbein anstatt Ball getroffen, - es gibt viele sachliche Gründe, die eine Röntgenaufnahme erforderlich machen. Leider ist der Wissensstand des Röntgenpersonals oft so niedrig, das man verspottet wird, wenn man den Wunsch auf das Anlegen der großen Bleischürze äußert. Mit dem Hinweis, dass die Dosis minimal sei, wird dem Patienten nur ein Mini - Lendenschurz (wer genehmigt diese “Schutzmaßnahme”?) zum Schutz des Erbgutes anlegt. Da wird bei 14-Jährigen mit tadellosen Zähnen beim Zahnarzt nur mal schnell mit der Röntgen - Panoramakamera der komplette Kopf bestrahlt, es könnte ja eine Seitenzahnkaries zu finden sein, 5-Jährigen wird bei unfallbedingtem Nase - Röntgen der Ganzkörperschutz erst nach mehrmaliger Aufforderung widerwillig angelegt. Aus eigener Erfahrung halte ich es für unverständlich, wie hierzulande wider besseren Wissens mit der Thematik “Röntgen” umgegangen wird. So viel zu diesem Thema, denn Röntgenstrahlen sind auch ionisierend, weil sie nichts anderes als “weiche” Gammastrahlen sind.

  1. Alpha - Strahlung: Besteht aus doppelt positiv geladenen Heliumkernen, hat eine geringe Reichweite und kann bereits mit einem Blatt Papier abgeschirmt werden. Gefährlich ist, wenn Alphastrahler in den Körper gelangen, zum Beispiel Radongas und das Folgeprodukt Polonium.
  2. Beta - Strahlung: Besteht aus Elektronen und kann beispielsweise mit dickerem Aluminiumblech abgeschirmt werden. Die Reichweite beträgt wenige Meter.
  3. Gamma - Strahlung: Elektromagnetische Strahlung mit sehr hoher Frequenz und Energie (0,01 bis 10 Mega-Elektronenvolt MeV). Diese Strahlung durchdringt fast alles und hat eine sehr große Reichweite. Eine Abschirmung ist mit Material großer Dichte zu erreichen. Blei oder meterdicke Betonwände sind geeignet.

 

Ursachen für Radioaktivität in der Wohnung

Es muss zwischen zwei grundsätzlichen Arten hinsichtlich der Ursachen unterschieden werden.

Da gibt es das radioaktive Radongas, das aus dem Untergrund infolge natürlicher Zerfälle entsteht und in die Häuser eindringt. In Thüringen und Sachsen ist im Bereich des ehemaligen Uranbergbaus und im Thüringer Schiefergebirge mit vergleichsweise hohen Werten zu rechnen.

Radongas erzeugt Lungenkrebs und wird nach dem Rauchen als zweitgrößtes Risiko eingestuft. Allein in Deutschland werden nach verschiedenen Quellen ca. 2500 bis 3000 Todesfälle jährlich auf die Inhalation von Radongas zurückgeführt. Die Halbwertzeit beträgt 3,8 Tage, in dieser Zeit ist die Hälfte des Gases in das Folgeprodukt Polonium zerfallen, das nun nicht mehr gasförmig, sondern fest ist. Beide Stoffe sind Alphastrahler, die als Gas oder, angelagert an Staub, in die Lunge gelangen.

Wie schützt man sich?

  1. Durch eine preiswerte Messung lässt man die vorhandene Konzentration bestimmen.
  2. Daraus werden Empfehlungen abgeleitet, die vom einfachen Lüften über weitere Maßnahmen bis zur gasdichten Kellerabdichtung reichen.
  3. Eine Kontrollmessung bestätigt den Erfolg der Maßnahme und sichert die Einhaltung der Richtwerte zu.

 

Noch mehr Strahlung?

Eine andere Quelle für Radioaktivität im Wohnbereich sind Baustoffe. Bekannt geworden sind in diesem Zusammenhang Fliesen mit Kobaltglasur. Aber auch Granit, Basalt, Schiefer, Schlacke und sogar Ziegelsteine können höhere Werte als die natürliche Umgebungsstrahlung aufweisen.

Antiquitätensammler leben manchmal gefährlich, die Zifferblätter älterer Uhren strahlen nicht nur grünliches Licht, sondern auch ionisierende Strahlung aus, schließlich wurden die Ziffern mit radiumhaltiger Farbe aufgebracht. Man kann aber noch mehr radioaktive Schmuckstücke sammeln, da gibt es hellgrüne Schnapsgläser, orangerot glasierte Keksdosen, Aschenbecher, Näpfchen und Töpfchen, der Besitzer strahlt und der Geigerzähler pfeift...

Die Liebhaber schöner Mineralien sollten ihre Steine überprüfen lassen, denn nicht nur ein Stück Pechblende kann gesundheitliche Folgen haben, es ist gut zu wissen, welche Steine eine erhöhte Aktivität aufweisen.

Die Suche und Messung radioaktiver Gegenstände gehört zu einer baubiologischen Haus- und Wohnungsuntersuchung und ist bereits in der Basisuntersuchung enthalten. Die Radongas - Analyse wird im Rahmen einer solchen Untersuchung als integrierte und damit preiswerte Zusatzleistung dringend empfohlen.

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