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Was ist Elektrosmog ?
Elektrosmog ist eine Form von Umweltverschmutzung durch Elektrizität.
Da Elektrotechnik als saubere Technik gilt, bedarf der Zusammenhang einer näheren Erläuterung.
Eine “Verschmutzung” findet hierbei in Form unsichtbarer Felder und Wellen statt, die biologische Systeme, also Pflanzen, Tiere und Menschen unerwünscht beeinflussen. Diese schädliche “Nebenwirkung” jeglicher Anwendung elektrischer Einrichtungen wurde aus verschiedenen Gründen in der Vergangenheit nicht ausreichend beachtet.
Ausgelöst durch die rasante Zunahme der Handys und des damit einhergehenden Aufbaus flächendeckender Funknetze ist das Thema “Elektrosmog” in den Blick der Öffentlichkeit gerückt. Das Thema ist jedoch viel umfangreicher, die Funktechnik ist nur ein Teilgebiet.
So ist in den Haushalten durch zahlreiche Neuentwicklungen erst in den letzten beiden Jahrzehnten eine enorme Zunahme von Elektrogeräten zu verzeichnen. Die damit verbundene Erhöhung der elektrischen Anschlussleistung lässt eben auch mehr Strom fließen.
Die ständige Beeinflussung der Biosphäre durch technisch erzeugte Felder und Strahlungen bleibt auch für den Menschen als Erzeuger und Nutzer des technischen Fortschritts nicht ohne negative Folgen.
Niemand möchte natürlich auf den Komfort der so sichtbar sauberen Elektroenergie verzichten, keine Abgase, keine Asche, wenig oder gar kein Lärm. Eigentlich eine schöne Sache.
Die Sicherheit der Gerätetechnik scheint unübertroffen, überall CE-Zeichen, TÜV-Siegel, VDE-geprüft, schutzisoliert ..., mehr geht nicht – denkt der Kunde.
Laut Verordnung ist auch alles im Lot, die Elektrosicherheit, das heißt, die Frage nach dem Schutz vor dem ungewolltem Kontakt mit der elektrischen Spannung ist in Deutschland meistens auf technisch höchstem Niveau. (Nur bei Weihnachtsbaum - Lichterketten scheint das Auge der strengen Prüfer vom Glanz derselben geblendet zu sein.)
Die Frage, inwiefern von einem elektrischen Gerät oder einer Installation biologisch wirksame (im Klartext: schädliche) Wirkungen ausgehen, wird per Verordnung mit entsprechenden Grenzwerten geregelt. Diese weichen jedoch in Größenordnungen von Grenzwerten anderer Länder ab. Dort liegen diese zum Teil erheblich niedriger. Aber schon die Unterschiedlichkeit lässt die wissenschaftlichen Lücken erkennen.
So liegt es im Wirkungsmechanismus elektrotechnischer Einrichtungen begründet, dass überall, wo ein Wechselstrom fließt, um den stromführenden Leiter ein niederfrequentes Magnetfeld entsteht. Dieses Magnetfeld ist in vielen elektrischen Baugruppen erwünscht, sonst würden ja kein Elektromotor und kein Transformator funktionieren. Leider bleibt das Magnetfeld nicht nur in der Baugruppe, sondern es durchflutet auch seine Umgebung, in der es nicht erwünscht ist.
Und überall, wo elektrische Wechselspannungen auftreten, kommt es zur Bildung elektrischer Wechselfelder. So wie es sich mit den Magnetfeldern verhält, ist es auch mit den elektrischen Feldern. Auf der einen Seite sind sie notwendig, wenn man an die Funktion einer Fernsehbildröhre denkt. Andererseits knistert es, wenn man die Bildröhre berührt und das ist eine der unerwünschten Wirkungen. Ein solches elektrisches Feld kann mehrere Meter um elektrische Geräte und Leitungen herum existieren, selbst wenn sie ausgeschaltet sind!
Das Magnetfeld und das elektrische Feld treten nun als “Nebenwirkungen” der angewandten Elektrotechnik auf. Dort, wo sie völlig überflüssig vorhanden sind, nämlich außerhalb ihrer Wirkungsorte, können nun gesundheitsschädigende Wechselwirkungen mit Pflanze, Tier und Mensch auftreten.
Im häuslichen Bereich verfügen wir in der Regel über Wechselstrom mit einer Spannung von 220 Volt und einer Frequenz von 50 Hz. Jeder elektrische Leiter, das heißt jedes Kabel in der Wand, jede Verlängerungsschnur und jedes Gerät erzeugt Felder , die ebenfalls eine Frequenz von 50 Hz aufweisen. Die Art des Feldes, also ob elektrisch oder magnetisch, hängt von der Art des Feldverursachers ab, ebenso die Feldstärke.
Nun gibt es auch elektrische Felder, die man als Gleichfelder bezeichnet, weil sie keine Frequenz aufweisen.
Die Ursache sind elektrostatisch aufladbare Materialien, die dank unserer modernen häuslichen Einrichtungsgegenstände leider gehäuft vorkommen. Kunststoffoberflächen von Möbeln zählen ebenso zu den Verursachern wie Fußbodenbeläge, Kunststofftapeten, Synthetikgardinen, Kleidungsstücke, Kuscheltiere und vieles andere mehr.
Es gibt auch magnetische Gleichfelder, deren Ursache gleichstrombetriebene Geräte sind. Wer eine Straßenbahnlinie vor seinem Haus hat, wird vor solchen Feldern kaum verschont bleiben. Dauermagnete haben auch ein solches Feld. Die auf Kaffeefahrten und neuerdings in Katalogen angebotenen Magnetdecken und –kissen mit beträchtlichen Feldstärken sollte man von seinem Körper fernhalten und eine durchaus sinnvolle Magnettherapie bei Bedarf einem erfahrenen Arzt oder Heilpraktiker überlassen.
Es gibt nur ein Magnetfeld, das unser Organismus kennt und zur Gesunderhaltung braucht, nämlich das Feld der Erde. Es wirkt ständig mit einer Feldstärke von ca. 40 µT (Mikrotesla) auf uns ein.
Das ist aber noch nicht alles zum Thema Elektrosmog.
Da gibt es ja noch die Radio- und Fernsehsender, die uns von Funktürmen oder per Satellit ihre elektromagnetischen Wellen senden. Oder die Mobilfunknetze mit Tausenden von Sendemasten und Millionen von Handys. Unsichtbar bleiben meist auch die zahllosen anderen Funkdienste, die für Luft- und Seefahrt, Wetter, Militär und vieles mehr ihre oftmals leistungsstarken Sendeanlagen pausenlos betreiben.
Diese elektromagnetischen Wellen sind auch nicht als Nebenwirkung zu betrachten, sie sind vielmehr das Wirkungsprinzip der Funkeinrichtungen. Die hochfrequenten Wellen dienen zwar bei der Ton- und Bildübertragung als Trägerfrequenz, ohne diese ist aber eine drahtlose Übertragung nun mal nicht möglich.
Im Jahr 1900 war die Atmosphäre elektromagnetisch vollkommen sauber, das heißt, es gab nur den natürlichen Elektromagnetismus atmosphärischer Vorgänge, das Erdmagnetfeld und die von der Wetterlage abhängige Luftelektrizität.
Im Jahre 2000 ist die gesamte Atmosphäre dicht an dicht mit künstlich erzeugten Sendefrequenzen ausgefüllt, die uns je nach Standort verschieden stark bestrahlen. Vor dieser Dauerbelastung gibt es praktisch keinen Schutz. Man kann aus der Nähe eines starken Senders wegziehen oder sein Schlafzimmer mit Abschirmmaterialien gegen hochfrequente Strahlung auskleiden. Für die empfindliche Schlafphase ist das recht nützlich, verlasse ich das Zimmer, bin ich wieder im Strahlungsfeld und es gibt ein Wechselspiel zwischen Abschirmung und Bestrahlung.
Ach ja, da wäre noch das eigene Handy – fangen wir doch gleich hier mit der Strahlungsreduzierung an. Denn ein Handy am Ohr übertrifft in der Strahlungsintensität meistens alle anderen Strahlungsbelastungen, denen wir ausgesetzt sind, weil die Strahlung mit der Entfernung zum Sender abnimmt. Anstatt in die Welt zu funken, das der Stadtbus wieder zwei Minuten Verspätung hat und der Kantinenkaffee heute so scheußlich wie gestern schmeckte, sollte man das Handy, wenn überhaupt, sinnvoll benutzen, vielleicht wie einen Feuerlöscher, eben nur im Notfall. Das spart Geld und schont die Gesundheit. Manche Handys haben eine integrierte Freisprecheinrichtung, dann hat das Handy beim Telefonieren einen Abstand von ca. 30cm zum Körper und schont Ohr und Gehirn.
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